Impfungen

Impfungen in der Praxis des Kinder- und Jugendarztes sind medizinisch sinnvoll und werden von den meisten Kindern und Eltern gut akzeptiert. Manche Eltern stehen Impfungen kritisch gegenüber.

Als Kinder- und Jugendärztinnen halten wir uns an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission der Bundesrepublik Deutschland (STIKO). Zudem bieten wir Ihnen umfangreiche Reiseberatung inklusive Impfungen dafür an. Diese Impfungen werden zum Teil jedoch nicht von allen Krankenkassen übernommen.

 

Liebe Eltern, liebe Patienten,

die Impfung gegen die echte Grippe / Influenza ist zur Zeit in aller Munde. Wir möchten Ihnen im Folgenden einige Hintergrundinformationen zur Bewertung der Erkrankung bzw. der Impfung bei Kindern und Jugendlichen geben:

Die echte Grippe ist auch für gesunde Kinder und Jugendliche meist weit mehr als eine einfache Erkältung. Sie geht mit anhaltend hohem Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen und einem hartnäckigen trockenen Husten einher. Komplikationen, die eine stationäre Aufnahme nötig machen, sind selten, kommen aber auch bei gesunden Kindern vor.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfiehlt die Grippeimpfung derzeit weiterhin nur für Risikogruppen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung haben. Dazu gehören Kinder mit Grunderkrankungen wie Asthma, Diabetes, Herz-/Kreislauferkrankungen sowie Störungen des Immunsystems. Zudem sollten Personen, die Risikogruppen anstecken könnten, ebenfalls geimpft werden (z.B. Kinder, deren Mutter erneut schwanger ist).

Im Gegensatz dazu haben unter anderem Prof. Dr. Johannes Hübner, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie und Gesundheitsminister Jens Spahn allen Eltern empfohlen, ihre Kinder in diesem Jahr gegen Influenza impfen zu lassen, auch wenn wir keine stärkere Grippewelle befürchten als saisonal üblich. Hintergrund ist vor allem die Sorge vor einer Überlastung des Gesundheitssystems durch gleichzeitige Corona- und Influenzapatienten in den Kliniken diesen Winter.

Leider hat diese Empfehlung zu einer starken Impfstoffverknappung geführt. Die 25 Millionen Impfdosen in Deutschland sollten dementsprechend zunächst für die Risikopopulation bzw. deren Angehörige verwendet werden.

Wie können Sie Ihre Kinder schützen?

Gehören Ihre Kinder oder weitere Mitglieder der Familie zu einer Risikogruppe, gibt es einen jährlich neu angepassten Injektionsimpfstoff für Kinder ab 6 Monaten. Kinder bis 9 Jahren, die zuvor noch nicht gegen Grippe geimpft wurden, sollten 2 Dosen in einem Abstand von 4 Wochen erhalten.

Für Kinder und Jugendliche von 2 bis einschließlich 17 Jahren steht auch ein als gleichwertig anerkannter, nasaler Lebendimpfstoff in Form eines Nasensprays zur Verfügung. Dies erspart den Kindern den oft gefürchteten Pieks. Auch hier ist bei noch nicht grippegeimpften Kindern eine zweite Dosis nach frühestens vier Wochen sinnvoll. Allerdings übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten hier nicht, da sie über den Kosten der Injektionsimpfung liegen. Der nasale Impfstoff ist diesen Winter in ausreichenden Mengen vorhanden, er kann also auch Nicht-Risikogruppen verabreicht werden (Kosten in unserer Praxis ca. 50-55€ pro Dosis).

Beide Impfungen sind erfahrungsgemäß gut verträglich. Nach der Injektion (Spritze) kann es zu einer Rötung, Schwellung oder zu Schmerzen an der Einstichstelle kommen. Beim Lebendimpfstoff ist die am häufigsten beobachtete Nebenwirkung eine verstopfte oder laufende Nase. Darüber hinaus können vorübergehend für wenige Tage nach der Impfung ein allgemeines Krankheitsgefühl wie bei einer Erkältung auftreten.

Wir Kinder- und Jugendärztinnen möchten im Rahmen unserer Möglichkeiten so viele unserer jungen Patienten wie möglich vor einer Influenzaerkrankung schützen. Eltern und andere Erwachsene können wir dieses Jahr aufgrund der Impfstoffknappheit leider nicht regelhaft mitimpfen, außer Sie bringen den Impfstoff selbst mit. Bitte kontaktieren Sie für ein Rezept Ihre/n Hausarzt/-ärztin.

Wenn Sie Ihr Kind / Ihre Kinder gegen Grippe impfen lassen möchten, melden Sie sich bitte unter team@praxiszentrum-saarstrasse.de unter Angabe der Namen der Kinder, ob in der Familie jemand einer Risikogruppe angehört oder ob Sie den nasalen Impfstoff wünschen.

Bei medizinischen Fragen wenden Sie sich bitte an praxispaed@praxiszentrum-saarstrasse.de.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Johanna Harris und Dr. Sandra Hermanns